Gute Stimmung im Freistaat

Bayerns Bürger sind mit ihren Lebensumständen deutlich zufriedener als noch im Frühling – trotz der drohenden Konjunkturschwäche. Und sie sind zufriedener als der Bundesdurchschnitt. Das zeigt der neue „Heimatindex“ der bayerischen Volks- und Raiffeisenbanken. Das Wohlfühlbarometer erreichte bei der Sommer-Umfrage 70 von 100 Punkten, wie der Genossenschaftsverband Bayern (GVB) bekannt gab. Das ist nochmals ein Zähler mehr als bei der Erhebung im Frühjahr 2019.

Die Bayern lassen sich von der aufziehenden Wirtschaftsflaute nicht ins Bockshorn jagen.

Jürgen Gros, Präsident des Genossenschaftsverbands Bayern (GVB)

Deutlich wird das an der Bewertung von Arbeitsplatzzufriedenheit und persönlicher finanzieller Situation durch die Befragten. Diese Teilkategorie des Heimatindex blieb mit 67 von 100 Punkten im Vergleich zur Frühjahrs-Umfrage stabil. „Die Bayern lassen sich von der aufziehenden Wirtschaftsflaute nicht ins Bockshorn jagen“, fasste GVB-Präsident Jürgen Gros das Ergebnis zusammen.

Hohe Beschäftigungsquote schafft gute Laune

Dass sich die konjunkturelle Abkühlung nicht stärker niedergeschlagen hat, liegt nach Einschätzung des GVB an der unverändert hohen Beschäftigungsquote. Jürgen Gros dazu: „Die Wachstumsschwäche der Wirtschaft bekommen die meisten Beschäftigten bislang nicht direkt zu spüren. Das zeigt sich auch an der immer noch hohen Nachfrage nach Immobilienkrediten bei den Volksbanken und Raiffeisenbanken.“

Zum leichten Anstieg des Heimatindex trug insbesondere die deutlich gestiegene Zufriedenheit der Bayern mit Bildungsangeboten bei. Dafür vergaben die Befragten 73 Punkte und damit vier Zähler mehr. „Die Akzente und Investitionen in der Bildungspolitik kommen ganz offensichtlich bei den Einwohnern des Freistaats an“, kommentierte Gros. Auch die Zufriedenheit mit Infrastruktur und Grundversorgung nahm um einen Punkt zu. Sie notiert mit 57 Zählern allerdings auf einem weiterhin niedrigen Wert.

„Die Bayern sind nicht frei von Sorgen – auch das lässt sich aus der jüngsten Heimatindex-Erhebung ablesen“, sagte Gros weiter. So fühlen sich die Umfrageteilnehmer zunehmend weniger vor Kriminalität und Verbrechen geschützt. Ihr Sicherheitsgefühl bewerten sie daher lediglich mit 51 Punkten. Im Frühjahr 2019 waren es noch 53 Zähler, zwölf Monate vorher sogar 60. Gros: „Das Sicherheitsempfinden der Bürger hat spürbar nachgelassen.“

Die Statistiken der Polizei bescheinigten Bayern zwar ein hohes Sicherheitsniveau, beispielsweise 2017 und 2018 den niedrigsten Stand von Gewaltverbrechen seit der Wiedervereinigung – und zumindest für Bayern die höchste Aufklärungsquote in Deutschland. Dies decke sich aber nicht mit der subjektiven Wahrnehmung.

Lebenszufriedenheit: Bayern liegt deutlich über dem Bundesdurchschnitt

Kritischer bewerten die Bayern auch den Zustand der Umwelt im Freistaat. Sie vergaben lediglich 55 von 100 Punkten, fünf Punkte weniger als im Frühjahr. Gros dazu: „Umweltthemen sind in den vergangenen Monaten ins Bewusstsein vieler Bürger gerückt.“

Im Bundesvergleich bescheinigt die aktuelle Umfrage dem Freistaat ein sehr hohes Zufriedenheits-Niveau. Auf die Frage „Wie zufrieden sind Sie alles in allem mit Ihrem Leben?“ vergaben die Bayern bei der Sommer-Erhebung im Durchschnitt 75 Punkte (+1 Punkt gegenüber dem Jahresbeginn). Damit schneiden sie wieder deutlich besser ab als der bundesweite Vergleichswert, der um 5 auf 71 Punkte absackte.

Ängste wegen der Zuwanderung

Sehr interessant ist auch das Ergebnis einer bundesweiten Umfrage der R+V-Versicherung zum Thema „Die Ängste der Deutschen“. Die beiden größten Angst-Motive der Deutschen haben mit dem staatlichen Kontrollverlust an den Grenzen während der Flüchtlingskrise 2015/16 und der starken Zuwanderung zu tun.

Die Mehrheit der Befragten (56 Prozent) sorgt sich darum, dass die große Zahl der Flüchtlinge den Staat überfordert. Beinah ebenso viele (55 Prozent) fürchten, dass sich das Verhältnis zwischen den Deutschen und den bereits hier lebenden Ausländern verschlechtert, wenn weitere Ausländer ins Land kommen.

Auf Platz 3 folgt die Sorge, dass die Politik von US-Präsident Donald Trump die Welt gefährlicher macht (55 Prozent). Weit abgeschlagen folgen zwei Themen, die aktuell die Politik dominieren: „Klimawandel“ und „Wetterextreme“ liegen mit je 41 Prozent nur auf den Plätzen 12. und 13.

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