Naher Osten: Alle Optionen am Tisch

Naher Osten, Frühjahr 1991: Nach einem mehrwöchigen Luftkrieg beginnt die alliierte Bodenoffensive gegen Saddam Husseins Truppen im Irak und im besetzten Kuwait. Die Öffentlichkeit sowie der Feind wurden über den Hauptstoß erfolgreich getäuscht. An der linken Flanke Divisionen der US-Army, an der rechten Flanke Divisionen der US-Marines. Die irakische Führung rechnete mit einem Hauptstoß durch die berüchtigte Marineinfanterie. Jedoch erfolgte der entscheidende so genannte „linke Haken“ mittels der Army-Divisionen.

Der ehemalige Nationale Sicherheitsberater General McMaster diente 1991 als junger Panzeroffizier in eben dieser Operation. Nach fünf Tagen unterhielt er sich mit einem gefangenen irakischen Offizier der Republikanischen Garden. Der Iraker war verdutzt über ein Foto von Rommel. „Warum haben Sie ein Bild von unserem ehemaligen Verbündeten?“ McMasters Antwort: „Hätten Sie Rommels Lehren gründlicher studiert, säßen Sie nicht bei mir im Schützenpanzer.“

Unterdessen wichen im Heimatland Rommels, Guderians, Mansteins Lehren etc. „Workshops“ über sexuelle Orientierungen sowie Identitäten in der deutschen Bundeswehr. Ein genialer Schachzug: Der Feind soll sich totlachen. Manchmal ist es sehr beliebt die „Re-Education“, den „Schuldkult“ etc. hierfür verantwortlich zu machen.

Nach dem Vietnamkrieg fertigte der israelische Militärhistoriker Martin van Creveld eine Studie über die amerikanische Armee und die deutsche Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg an. Die Lehren flossen in eine umfassende Streitkräftereform ein. Mit dem Ergebnis, dass am Vorabend der Operation „Desert Storm“ ein Offizier sinngemäß erklärte: „Wir übertrumpfen ja noch Guderian.“

Nicht die Verantwortung von Amerika oder Israel

Es liegt somit nicht in der Verantwortung Amerikas oder Israels, dass militärische Tugenden sowie taktische und strategische Lehren aus der deutsch-preußischen Geschichte Fragen der Geschlechts- sowie der Klimaneutralität gewichen sind.

Naher Osten, Frühjahr 2003: Die Öffentlichkeit sowie der Feind rechnen mit einem wochenlangen Bombardement vor dem Einsatz von Bodentruppen. In der Nacht beginnt das Unternehmen „Shock and Awe“. Marschflugkörper und satellitengesteuerte Bomben regnen auf militärische Ziele im Irak herab. So weit so bekannt aus 1991. Frühmorgens befinden sich „embedded journalists“ innerhalb von Panzerkolonnen auf dem Weg nach Bagdad in der Operation „Iraqi Freedom“. Army an der linken Flanke, Marines an der rechten Flanke. Diesmal ein gleichzeitiger Zangenangriff auf die Hauptstadt des Feindes.

Naher Osten, fortgeschrittenes Frühjahr 201: „USS Abraham Lincoln“ und „USS Arlington“ befinden sich am Weg zum Persischen Golf. B-52-Bomber wurden in die Region verlegt. Die amerikanischen Truppen im Irak wurden in Gefechtsbereitschaft gesetzt. Zivile Regierungsmitarbeiter, deren Anwesenheit nicht erforderlich ist, werden abgezogen. Gegen zivile Tankschiffe wurden Sabotageakte durchgeführt. Vom Jemen aus haben iranische Verbündete, die so genannten Huthi-Rebellen, Drohnenangriffe auf saudische Pipelines durchgeführt. Der islamische Dschihad im Gaza-Streifen, finanziert durch den Iran, feuerte 700 Raketen auf Israel ab.

Amerika setzt im Moment mittels ökonomischer Sanktionen drei Gefahrenquellen unter Druck. Venezuela, Iran, Nordkorea. Russlands sowie Chinas Interessen in besagten Ländern sind zwar vorhanden, jedoch diffizil. Ebenso diffizil ist das Verhältnis zwischen Russland und China selbst. Zeitgleich setzt Amerika China massiv unter Druck, um dessen Wirtschaftsimperialismus einzudämmen.

Eine Fusion von Containment, „Mad Man Theory“ sowie Nachrüstung. „Lieben werden sie uns ohnehin nie. Sollen sie uns wenigstens fürchten.“

[Autor: G.B. Bild: Screenshot: www.wikipedia.org/Navy Seaman Dan Snow Lizenz: -]

Der Beitrag Naher Osten: Alle Optionen am Tisch erschien zuerst auf ZurZeit.

• Weiterlesen •

Der Beitrag Naher Osten: Alle Optionen am Tisch erschien zuerst auf Oesterreich.press.

▶️ weiterlesen ◀️