Geförderte Rückkehr: Immer weniger Asylwerber reisen freiwillig aus

Auch im ersten Quartal des Jahres 2019 sank die Zahl jener Asylbewerber, welche unter Beanspruchung finanzieller Anreize in ihre Heimat zurückkehren.

Berlin. – Zwischen Jänner und März diesen Jahres bewilligten die Behörden lediglich 3.152 Anträge auf eine finanziell geförderte Heimkehr. Das ist ein Rückgang zum Vorjahresschnitt, als sich pro Vierteljahr durchschnittlich 3.990 Menschen für diesen Weg entschieden. Dies berichtet die Junge Freiheit am Mittwoch unter Berufung auf das Redaktionsnetzwerk Deutschland.

Reisekosten und Startgeld für freiwillig Ausreisende

Das Programm basiert auf dem Programm REAG/GARP (Reintegration and Emigration Programme for Asylum-Seekers in Germany/Government Assisted Repatriation Programme), welche ausreisewillige Asylwerber organisatorisch unterstützt und außerdem Reisekosten übernimmt und diesen mittels einer Reisebeihilfe und Startgeldes unter die Arme greift.

Weil das Programm eine planbarere, angeblich kostengünstigere und für alle Beteiligten relativ unbelastende Alternative zur Abschiebung darstellt, erfreute sich dieses zeitweise großer Beliebtheit. So nahmen alleine im Jahr 2016 nämlich 54.006 Menschen das Angebot mit Unterstützung der damals etwa 1.600 Rückkehrberatungsstellen wahr.

Stetiger Rückgang der freiwilligen Rückkehr

Weil etwa Mitte 2017 noch 250.000 Klagen gegen negative Asylbescheide gerichtsanhängig waren, wollte die damalige Bundesregierung verstärkt für das Prestigeprojekt werben. Dennoch ging dessen Beliebtheit immer weiter zurück. Nach dem Rekord von 2016 erfasste die Statistik für 2017 nur mehr 29.522 freiwillige Rückkehrer, im Vorjahr halbierte sich dies beinahe (15.962).

Billiger als Abschiebungen?

Über das Jahr 2017 hinweg kosteten die geförderten Rückreisen 33 Millionen Euro. Durchschnittlich waren diese mit knapp über 1.000 Euro pro Person also sogar offenbar geringfügig teurer als Abschiebungen – Nordrhein-Westfalen ermittelte für 2018 einen Schnitt von 819 Euro pro Rückführung.

Allerdings kommt es auch immer wieder zu besonders teuren Abschiebungen mit großem Personalaufwand. Eine Rückführung von 54 Afghanen kostete im Jahr 2016 beispielsweise 299.000 Euro. Im Jänner schlug sich die Außerlandesbringung von zwei Ivorern überhaupt mit 165.000 Euro – also mehr als 80.000 Euro pro Person – zu Buche.

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