Konjunkturkrise Deutsche Industrie und Einzelhandel blicken mit Bangen in die Zukunft

Leerstehendes Geschäft: Immer mehr kleinere Händler müssen aufgeben

Der sogenannte »Ifo«-Index, der die Stimmungslage der Unternehmen widerspiegelt, ist nach einer kleinen Aufhellung im März erneut gesunken. Vor allem die deutschen Industriebetriebe blicken sehr skeptisch in die Zukunft.

Der Konjunkturhimmel verdüstert sich zusehends: Die Stimmung in den Chefetagen deutscher Unternehmen hat sich im April abermals eingetrübt. Das Barometer für das Geschäftsklima, der sogenannte »Ifo«-Index, fiel um 0,5 auf 99,2 Punkte, wie das Münchner »Institut für Wirtschaftsforschung« (Ifo) am Mittwoch zu seiner monatlichen Umfrage unter rund 9.000 Managern mitteilte. »Die deutsche Wirtschaft verliert weiter an Kraft«, sagte Ifo-Präsident Clemens Fuest.

Die Führungskräfte beurteilten ihre Geschäftslage und die Aussichten für die kommenden sechs Monate deutlich schlechter. Vor allem in der exportabhängigen Industrie trübte sich die Stimmung »merklich“ ein.

Die Bundesregierung rechnet für das laufende Jahr nach zwei Abstufungen der Prognose nur noch mit einem Anstieg des Bruttoinlandsproduktes von 0,5 Prozent. 2018 hatte es für 1,4 Prozent gereicht.

Doch es gibt ein weiteres wirtschaftliches »Sorgenkind«: Auch die Stimmung im deutschen Einzelhandel trübt sich ein. Immer mehr kleine Einzelhandelsgeschäfte müssen aufgeben. Betroffen sind vor allem Bäckereien und Metzgereien. Ein Hauptgrund ist der immer mehr dominierende Online-Handel.

Nur noch weniger als ein Drittel der Einzelhändler rechnet nach einer aktuellen Umfrage des »Handelsverbands Deutschland« (HDE) in diesem Jahr mit wachsenden Umsätzen. Damit sind auch die Händler deutlich pessimistischer als noch vor zwölf Monaten.

Zwar erwartet der Online-Handel ein sattes Umsatzplus von rund neun Prozent; aber für den stationären Handel mit seinen rund 450.000 Geschäften rechnet der »HDE« dagegen nur noch mit einem Wachstum von 1,3 Prozent. Das bedeutet: Inflationsbereinigt dürfte das Geschäft der Einzelhändler vor Ort im besten Fall stagnieren.

Das trifft laut »HDE« vor allem kleinere Händler mit bis zu 20 Beschäftigten. Sie befürchten der Umfrage zufolge in diesem Jahr mehrheitlich starke Umsatzrückgänge. Dabei spielen gerade die kleinen Händler für das deutsche Stadtbild nach wie vor eine große Rolle. (hh)

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