Söder trifft die Präsidentin

Im Nationalpalast in Addis Abeba hat Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) die Staatspräsidentin Äthiopiens, Sahle-Work Zewde, getroffen. „Wir müssen unsere angestrebte neue Afrika-Strategie mit Leben füllen und zu einem fairen und freien Handel kommen“, sagte Söder nach dem Treffen.

Zudem eröffnete Söder zusammen mit dem früheren Fußballprofi Giovane Elber eine Fußballschule des FC Bayern München in Addis Abeba, mit der der deutsche Rekordmeister Talente entdecken und fördern will, aber auch für afrikanische Fans „anfassbar“ werden soll. Außerdem besuchte Söder das älteste Kaffeelager Äthiopiens und informierte sich über das wichtigste Exportgut des Landes.

Politischer Höhepunkt der Reise

Die Zusammenkunft mit der Präsidentin war der politische Höhepunkt der fünftägigen Reise des CSU-Chefs nach Äthiopien. In dem Gespräch ging es vor allem um die wirtschaftlichen Kontakte zwischen Bayern und Äthiopien und die zentrale Bedeutung des Wirtschaftaufschwungs für den Demokratisierungsprozess. In Äthiopien gibt es seit Jahren einen massiven politischen Wandel. Nachdem das Land in früheren Jahren sehr abgeschottet war, öffnet es sich im Rahmen der laufenden Demokratisierung wieder für politische und wirtschaftliche Kooperationen.

Ich glaube: Europas Schicksal wird mit in Afrika entschieden.

Markus Söder

Auch beim Gespräch Söders mit mehreren führenden Vertretern der Afrikanischen Union (AU), die in Addis Ababa ihren Sitz hat, stand wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit sowie Demokratisierung im Mittelpunkt. Im Anschluss an das Treffen zeigte Präsidentin Zewde Söder im Park des Palastes auch das dortige von zwei Löwen bewohnte Gehege. Zewde ist seit Ende Oktober 2018 im Amt, mit ihr steht erstmals eine Frau an der Spitze des Staates.

Kaffeelager und Fußballschule

Beim Besuch des ältesten Kaffeelagers in Addis Abeba hat sich Söder über das bekannteste äthiopische Exportgut informiert. Das Land ist Afrikas wichtigster und weltweit der sechstgrößte Kaffeeproduzent. Rund 40 Prozent des afrikanischen Kaffees stammen aus Äthiopien (2018: 423.000 Tonnen). Rund 15 Millionen Arbeitsplätze im Land hängen daran. Gemeinsam mit der Alois Dallmayr KG und der Karlheinz Böhm Äthiopienhilfe „Menschen für Menschen“ will der Freistaat den kleinbäuerlichen Kaffeeanbau in Äthiopien fördern. Bayern stellt dafür 150.000 Euro bereit.

Das Ziel hier ist nicht, dass sie Profis werden, sondern dass sie lernen, durch den Sport ins Leben zu kommen.

Giovane Elber, Ex-Profi des FC Bayern München

Bereits zuvor hatte Söder gemeinsam mit Ex-Bayern-Profi Giovane Elber und FC-Bayern-Vorstand Jörg Wacker die erste Fußballschule des FC Bayern München auf dem afrikanischen Kontinent eröffnet. Der Brasilianer begleitet Söder seit Tagen immer wieder bei einzelnen Stationen seiner Reise. Im Nachwuchsbereich hat der FC Bayern seine Aktivitäten in den vergangenen Jahren intensiviert und unterhält Fußballschulen in den USA, China, Thailand, Japan und Singapur.

Söder bezeichnete den Fußball als „Brücke zwischen den Kulturen“. Das Projekt ist zunächst auf drei Jahre angelegt. „In Äthiopien gibt’s Tausende junge Menschen, die Fußball spielen wollen, deswegen sind wir hier“, sagt Ex-Bayern-Spieler Elber. „Das Ziel hier ist nicht, dass sie Profis werden, sondern dass sie lernen, durch den Sport ins Leben zu kommen.“

Neues Kapitel in der Afrikapolitik Bayerns

Söder ist noch bis Gründonnerstag in Äthiopien zu Gast. Ziel der Reise ist es, die Beziehungen zu dem Land am Horn von Afrika zu verbessern. Der Ministerpräsident will mit dieser Reise erklärtermaßen ein neues Kapitel für die Afrikapolitik aufschlagen. „Peter Struck hat einmal gesagt: Deutschland wird am Hindukusch verteidigt. Ich glaube: Europas Schicksal wird mit in Afrika entschieden“, sagte er. Deswegen mache sich die EU, Deutschland und Bayern auf zu einer neuen Afrikapolitik.

Nur mit Investitionen und wirtschaftlicher Entwicklung lässt sich dauerhaft eine stabile Zivilgesellschaft aufbauen.

Markus Söder

Randnotiz: Wenig begeistert zeigte sich der CSU-Chef über den Grünen-Landtagsfraktionschef Ludwig Hartmann, der seine Teilnahme an der Äthiopienreise abgesagt hatte, weil der Fokus angeblich zu sehr auf Wirtschaftsförderung liege. „Das ist eine altmodische und rückständige Einstellung zur Entwicklungspolitik“, so Söder. „Alle Experten sind da deutlich weiter als die Grünen. Nur mit Investitionen und wirtschaftlicher Entwicklung lässt sich dauerhaft eine stabile Zivilgesellschaft aufbauen.“

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