Salzburg: Aufregung um türkische Wahlwerbung für FPÖ-Kandidatin

Im Vorfeld der Salzburger Gemeinderatswahlen sorgt eine private Chatnachricht, welche zur Wahl der türkischstämmigen FPÖ-Kandidatin Canan Brenner aufruft, für Diskussionsstoff – und einigen Unmut bei der Basis.

Salzburg. – Wie die Kronen Zeitung am Dienstag berichtet, handelt es sich dabei um Werbung für die Gemeinderatsambitionen bekannte Unternehmerin, welche auf Listenplatz 9 kandidiert. Übersetzt lautet die WhatsApp-Botschaft wie folgt: „Macht ein Zeichen bei der FPÖ, schreibt daneben Canan Brenner rein, damit unsere Schwester einen Schritt näher zum Gemeinderat ist.“

FPÖ bekennt sich zur deutschen Sprache

Die ersten Reaktionen freiheitlicher Funktionäre fiel zunächst gelassen aus. Spitzenkandidat Andreas Reindl wies etwa darauf hin, dass es keine offizielle Wahlwerbung in Fremdsprachen gäbe – „unsere Sprache bleibt Deutsch”. Hier handle es sich allerdings um einen privaten Versuch, nicht-deutschsprachige Wähler zu erreichen.

Daraufhin entlud sich auf sozialen Medien und im Krone-Leserforum einiger Unmut über die Neuigkeit. Landesparteichef Marlene Svazek reagierte und beteuerte, man lehne türkischsprachige Wahlwerbung „vehement” ab. Auch sie plädierte allerdings dafür, dass die Sprachwahl in privaten Nachrichten grundsätzlich „Privatsache” sei. Die betroffenen Kandidatin beteuert ebenfalls, nicht auf türkisch geworben zu haben.

Salzburg: Viele Wähler mit Migrationshintergrund

Die Botschaft ist auch deshalb pikant, weil die Parteien in der multikulturellen Stadt um die Gunst von 17.000 EU-Bürgern und 12.000 wahlberechtigten Eingebürgerten, darunter 1.500 Türkischstämmigen, buhlen.

Im Vorfeld der Bürgermeisterwahl kritisierte Spitzenkandidat Reindl den SPÖ-Kandidaten Bernhard Auinger für einen Brief an die türkische Community in deren Muttersprache. Auinger spöttelte nach Bekanntwerden deshalb auch über „blankes Chaos” bei den Freiheitlichen.

Patriotische Akteure üben scharfe Kritik

Teils noch weitaus drastischer fiel die Reaktion patriotischer Akteure in sozialen Medien aus. Identitären-Chef Martin Sellner sah darin etwa ein Musterbeispiel für die sogenannte „ethnische Wahl”. Dort fänden sich „kandidatenzentrierte, lokale Wahlkämpfe”, welche sich „in der Sprache der Parallelgesellschaft anbiedern” würde. Dass die FPÖ nun auch diesen Mechanismus bediene, sei „unfassbar”

Auch Michael Scharfmüller, Redakteur des oberösterreichischen Magazins INFO-Direkt, äußerte sich ablehnend. Seiner Ansicht nach passe das Wording „nicht zu den Werten einer sozialen Heimatpartei”. Zwar solle man nicht „das Kind mit dem Bade ausschütten”. Die Freiheitlichen würden mit solchen „sinnlosen Geschichten” aber ihre „Glaubwürdigkeit untergraben”.

Patriotischer Maler zeichnet Satire-Wappen

Mit einigem ironischen Humor reagierte unterdessen der Maler Odin Wiesinger auf die Diskussion. Der Innviertler, der als Lieblingsmaler von Verkehrsminister Norbert Hofer (FPÖ) gilt, zeichnet mit einigem Augenzwinkern ein Mock-Wappen für die Salzburger Stadt-Freiheitlichen. Dieses zeigt neben der Festung Hohensalzburg auch Minarette.

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